Wenn die Blätter sich verfärben, beginnt für Landschaftsgärtner eine der wichtigsten Phasen des Jahres. Der Herbst ist Pflanzzeit. Der Boden ist noch warm, die Niederschläge nehmen zu, und die Pflanzen stecken ihre Kraft nicht mehr in Blätter und Triebe, sondern in die Wurzeln. Gehölze, die jetzt gesetzt werden, wachsen bis zum Frühjahr an und starten mit einem deutlichen Vorsprung in die erste Saison.
Die richtige Ware zur richtigen Zeit
Im Handel gibt es Gehölze in drei Formen. Containerpflanzen wachsen im Topf heran und können grundsätzlich das ganze Jahr über gepflanzt werden, solange der Boden nicht gefroren ist. Ballenware wird mit Erdballen und Ballentuch geliefert und eignet sich vor allem für größere Solitärgehölze. Wurzelnackte Pflanzen ohne Erde sind die günstigste Variante und besonders für Hecken beliebt. Sie werden nur während der Vegetationsruhe angeboten, also nach dem Laubfall bis zum Austrieb im Frühjahr.
Wurzelnackte Ware darf nach dem Kauf nicht austrocknen. Ist die Pflanzung nicht am selben Tag möglich, werden die Wurzeln in feuchte Erde eingeschlagen oder mit feuchten Tüchern abgedeckt. Vor dem Setzen hilft ein Wasserbad von einigen Stunden.
Sorgfalt beim Pflanzen
Die Qualität einer Pflanzung entscheidet sich im Pflanzloch. Folgende Punkte haben sich in der Praxis bewährt:
- Das Pflanzloch deutlich breiter ausheben als den Wurzelballen, damit die Wurzeln in gelockerten Boden wachsen können. Die Sohle mit dem Spaten auflockern.
- Die Pflanztiefe entspricht der bisherigen. Bei Containerware schließt die Oberkante des Ballens mit dem Boden ab, bei wurzelnackter Ware ist die frühere Erdlinie am Stamm meist gut zu erkennen.
- Beschädigte und sehr lange Wurzeln bei wurzelnackten Pflanzen sauber einkürzen.
- Ballentücher aus Jute können am Ballen bleiben und werden nur am Stammhals geöffnet. Kunststoffnetze und Drahtkörbe aus unbehandeltem Material sind vor dem Verfüllen zu prüfen und gegebenenfalls zu entfernen.
- Den Aushub bei schweren oder sehr sandigen Böden mit reifem Kompost verbessern, aber nicht überdüngen. Stickstoffbetonter Dünger hat im Herbst im Pflanzloch nichts zu suchen.
- Nach dem Verfüllen kräftig einschlämmen, damit sich die Erde um die Wurzeln legt und keine Hohlräume bleiben.
Verankern, schneiden, nachsorgen
Bäume und höhere Sträucher brauchen in den ersten Jahren eine Stütze. Der Pfahl wird vor dem Verfüllen auf der Hauptwindseite eingeschlagen und der Stamm mit einem breiten, elastischen Bindematerial befestigt, das nicht einschneidet. Bei größeren Bäumen hat sich der Dreibock bewährt.
Wurzelnackte Heckenpflanzen werden nach dem Setzen um etwa ein Drittel zurückgeschnitten. Das bringt Wurzelmasse und Krone ins Gleichgewicht und sorgt dafür, dass die Hecke von unten dicht wird. Eine Mulchschicht aus Laub oder Rindenhäcksel schützt den Wurzelbereich im Winter vor starkem Frost und hält die Feuchtigkeit im Boden. Bei trockenem Herbst und in frostfreien Phasen im Winter wird weiter gewässert, besonders bei immergrünen Gehölzen, die auch in der kalten Jahreszeit Wasser verdunsten.
Wer diese Grundsätze beachtet, legt den Grundstein für Pflanzungen, die über Jahrzehnte Freude machen. Bei größeren Vorhaben lohnt es sich, einen Fachbetrieb hinzuzuziehen, der Standort, Boden und Pflanzenauswahl fachkundig aufeinander abstimmt.
